Dosier- und Ablufttests in Abwasseranlagen – Wirkung und Wirtschaftlichkeit prüfen
UNITEX ENGINEERING

Einleitung: Testen statt blind investieren

Geruchs- und Korrosionsprobleme lassen sich durch Dosierungen (z. B. von Nitrat, Eisen oder Sauerstoff) oder durch Abluftbehandlungsanlagen (z. B. Biofilter, Aktivkohle, Wäscher) reduzieren bzw. lösen. Doch nicht jede Maßnahme ist überall gleich wirksam. Bevor Betreiber hohe Summen in Technik investieren, ist es entscheidend, die tatsächliche Wirkung im konkreten Anwendungsfall zu prüfen.

Unsere Dosier- und Ablufttests schaffen die Grundlage für sichere Entscheidungen: Wir testen, messen und bewerten vor Ort, welche Lösung sich technisch und wirtschaftlich am besten eignet.

Herausforderung: Unsicherheit bei der Maßnahmenwahl

Kanalnetze unterscheiden sich stark in Abwasserzusammensetzung, Temperatur, Verweilzeit und Fremdeinträgen. Eine Maßnahme, die in einem Anwendungsfall funktioniert, kann im nächsten nahezu wirkungslos sein.

Typische Risiken ohne Tests:

  • Überdosierung → unnötig hohe Betriebskosten und Umweltbelastungen
  • Unterdosierung → Geruchs- und Korrosionsprobleme bleiben bestehen
  • Fehlplanung von Abluftanlagen → falsche Dimensionierung, unzureichende Wirkung, geringe Standzeiten

Investitionsrisiken → kostspielige Anlagen, die ihr Ziel nicht erreichen

    Lösung: Praxistests unter realen Bedingungen

    Unsere Dosier- und Ablufttests liefern belastbare Daten, bevor dauerhaft investiert wird.

    Vorgehensweise bei Dosiertests

    1. Standortanalyse

    • Auswahl geeigneter Aufstellorte (z. B. Pumpwerke, Übergabeschächte, kritische Knotenpunkte)
    • Definition der Dosierstellen und der technischen Randbedingungen für die Testdurchführung

    2. Testbetrieb

    • Temporäre Installation mobiler Dosieranlagen unterschiedlichster Technologie
    • Zugabe von Nitrat, Eisen, Kalkmilch oder Sauerstoff in kontrollierten Mengen

    3. Begleitende Messungen

    • Schwefelwasserstoff-Konzentrationen im Gasraum
    • Sulfidwerte im Abwasser (optional)
    • Vergleich von Vorher-/Nachher-Werten

    4. Auswertung

    • Bestimmung der wirksamen Dosiermenge
    • Aufzeigen Optimierungspotential
    • Kosten-Nutzen-Analyse
    Vorgehensweise bei Ablufttests 

    1. Belastungsanalyse

    • Schwefelwasserstoffmessungen, an relevanten Schächten oder Abluftpunkten
    • Bestimmung von Geruchseinheiten (GE) bzw. Gasanalytik an relevanten Punkten bei Bedarf

    2. Testinstallation

    • Mobile Filter (Biofilter, Aktivkohle, Ozon, Wäscher etc.) werden angeschlossen
    • Testlauf unter realen Bedingungen

    3. Bewertung

    • Reduktionsrate von Schwefelwasserstoff und Geruchsstoffen (GE)
    • Ermittlung des Energie- und Wartungsaufwands sowie der Standzeiten der Filter
    • Ermittlung des Bedarfs an Roh- Hilfs- und Betriebsmittel
    • Entscheidungshilfe für den permanenten Anlagenbau
    Technische Hintergründe

    Dosierchemikalien

    • Nitrat: Unterdrückt die Sulfidbildung durch Konkurrenz der Bakterien
    • Eisen: Fällt Sulfide als schwerlösliches Eisensulfid aus
    • Sauerstoff: Oxidiert Sulfide und stabilisiert das Abwasser

     

    Abluftverfahren

    • Biofilter: Mikroorganismen bauen Geruchsstoffe biologisch ab
    • Aktivkohlefilter: Adsorption von H₂S und organischen Verbindungen
    • Wäscher: Chemische oder biologische Absorption der Geruchsstoffe

    Praxisbeispiele: Tests als Entscheidungshilfe

    • Kleinstadt (15.000 EW): Nitratdosierung im Pumpwerk getestet → Reduktion der Schwefelwasserstoff-Konzentration um 70 %, jährliche Betriebskosten < 5.000 € → Investition in feste Dosieranlage beschlossen.
    • Großstadt (200.000 EW): Mobile Aktivkohlefilter getestet → Wirkung kurzfristig vorhanden, aber hohe Betriebskosten → Entscheidung für Biofilter als dauerhafte Lösung.
    • Industriegebiet: Eisen-Dosierung getestet → starke Sedimentbildung → Maßnahme verworfen, stattdessen Sauerstoffeintrag umgesetzt

      FAQ – Häufig gestellte Fragen

      Warum sind Tests vor einer Investition so wichtig?

      Weil jede Maßnahme je nach Abwassersituation anders wirkt. Tests zeigen, ob eine Lösung wirklich geeignet ist.

      Wie lange dauert ein Dosiertest?

      Meist 2–6 Wochen, abhängig von den Randbedingungen.

      Welche Chemikalien kommen in Frage?

      Typisch sind Calciumnitrat, Eisen(II)- oder Eisen(III)-haltige Chemikalien oder Luft bzw. Reinsauerstoff – abhängig von den Ursachen, den Abwasseranlagen und den Zielvorgaben.

      Wie schnell zeigen sich Effekte?

      Oft innerhalb weniger Stunden bis Tage nach Beginn der Dosierung.

      Sind mobile Ablufttests genauso aussagekräftig wie stationäre Anlagen?

      Ja, sie zeigen unter realen Bedingungen die tatsächliche Wirkung, allerdings im verkleinerten Maßstab. Teilweise erfolgt eine Behandlung von Teilströmen, was durch ein Upscaling bei der Datenauswertung berücksichtigt werden kann.

      Was kostet ein Test?

      Die Kosten sind deutlich geringer als eine Fehlinvestition. Wir erstellen individuelle Angebote.

      Unsere Ansprechpersonen

      Sie möchten vor einer Investition die Wirksamkeit von Maßnahmen prüfen?
      Kontaktieren Sie uns – wir führen praxisnahe Dosier- und Ablufttests durch und geben Ihnen eine sichere Entscheidungsgrundlage.

      Tobias Langkau, M. Eng.
      Leitung Engineering Rostock

      +49 175 1174948
      t.langkau@unitex-ib.de

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