Geruch & Korrosionsmessungen im Abwassernetz – H2S erfassen & Schäden vermeiden

Einleitung: Unsichtbare Gefahr im Kanalnetz

Gerüche und Korrosionsschäden gehören zu den größten Herausforderungen im Betrieb von Abwassersystemen. Hinter der Geruchsbelästigung, die Anwohner oft als erstes wahrnehmen, steckt meist ein unsichtbares Problem: Schwefelwasserstoff (H₂S). Dieses Gas entsteht in sauerstoffarmen Bereichen des Kanalnetzes und ist nicht nur unangenehm, sondern auch hochkorrosiv und giftig. Wird H₂S nicht rechtzeitig erkannt und kontrolliert, drohen erhebliche Folgeschäden – von kostspieligen Sanierungen bis hin zu massiven Betonzerstörungen durch biogene Schwefelsäurekorrosion.

Mit unseren Geruchs- und Korrosionsmessungen schaffen wir Klarheit: Wir erfassen, bewerten und dokumentieren die Belastungen vor Ort und entwickeln darauf aufbauend Lösungen, die Ihre Infrastruktur schützen.

Herausforderung: H₂S als Frühwarnindikator

In vielen Kanalnetzen sind die Bedingungen ideal für die Bildung von Schwefelwasserstoff: lange Verweilzeiten, hohe Temperaturen, organische Belastungen. Unter anaeroben Bedingungen wandeln Bakterien Sulfate zu H₂S um. Bereits in geringen Konzentrationen wird H₂S als unangenehmer „faule Eier“-Geruch wahrgenommen – ein deutliches Warnsignal für die beginnende biogene Schwefelsäurekorrosion.

Typische Folgen unbehandelter Belastungen:

  • Betonschäden: H₂S wird durch Bakterien zu Schwefelsäure oxidiert, die Beton und Stahlarmierung angreift.
  • Geruchsbelästigungen: Beschwerden von Anwohnern, negative Medienberichte und behördlicher Druck.
  • Gesundheitsrisiken: H₂S ist giftig und kann bei hohen Konzentrationen lebensgefährlich sein.
  • Betriebskostensteigerung: Reparaturen, zusätzliche Spülungen und Nachdosierungen belasten Budgets massiv.

Lösung: Präzise Messungen durch moderne Verfahren

Wir bieten Ihnen ein umfassendes Messkonzept, das auf die jeweilige Problemstellung abgestimmt wird. Unser Vorgehen umfasst:

1. Analyse & Planung

  • Auswahl geeigneter Messstellen im Kanalnetz, Pumpwerk oder an der Kläranlage
  • Definition von Messparametern: H₂S, Temperatur, Feuchtigkeit, Strömungsgeschwindigkeit
  • Festlegung der Messdauer (typisch 1–6 Wochen)
2. Durchführung der Messung
  • Einsatz moderner Datenlogger für Langzeitmessungen
  • Ergänzende Spotmessungen mit portablen Sensoren
  • Optional: Probenahme für Laboranalysen
3. Auswertung & Bericht
  • Analyse der H₂S-Konzentrationen (ppm-Werte, Schwankungen, Spitzen)
  • Korrelation mit Betriebsdaten (Abflussmengen, Wetter, Zuläufe)
  • Bewertung des Korrosionspotenzials
4. Maßnahmenempfehlung
  • Lokale oder flächendeckende Dosierung (z. B. Nitrat, Eisen, Sauerstoff)
  • Abluftbehandlung durch Biofilter, Wäscher oder Ozonbehandlung
  • Strukturelle Sanierung bei bereits fortgeschrittenen Schäden

Technische Hintergründe: Wie H₂S gemessen wird

  • Elektrochemische Sensoren: Direktmessung von H₂S in ppm, geeignet für Spotkontrollen
  • Datenlogger: Langzeitüberwachung an kritischen Netzpunkten
  • Korrosionscoupons: Metallproben, die den Materialabtrag über Zeit sichtbar machen

Gaschromatographische Analysen: Laborverfahren für detaillierte chemische Zusammensetzungen

Durch die Kombination dieser Methoden erreichen wir eine hohe Messgenauigkeit und können auch komplexe Netzstrukturen zuverlässig beurteilen.

Praxisbeispiele: Messungen in der Anwendung

  • Kommunales Netz (50.000 EW): Nachweis von H₂S-Spitzen bis 120 ppm in einem Pumpwerk. Durch gezielte Dosierung von Nitrat konnte die Belastung dauerhaft um >80 % reduziert werden.
  • Industriegebiet: Starke Geruchsbelastung durch sulfathaltige Einleiter. Mit einer 6-wöchigen Messung wurden die Hauptquellen identifiziert, wodurch gezielte Vereinbarungen mit den Betrieben getroffen werden konnten.

Langstrecken-Druckleitung: Hohe Sulfidbildung aufgrund langer Aufenthaltszeiten. Nach Messung und Modellierung wurde eine Kombination aus Sauerstoffeintrag und Dosieranlage installiert.

Whitepaper: Fachwissen zum Download

Für Betreiber, Ingenieurbüros und Kommunen haben wir ein Whitepaper erstellt:

📑 „Geruchs- & Korrosionsmessungen in der Praxis“

    • Fallstudien aus realen Projekten
    • Vergleich der Messmethoden
    • Handlungsempfehlungen für Kommunen & Betreiber
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FAQ – Häufig gestellte Fragen

Wann sollte eine H₂S-Messung durchgeführt werden?

Immer dann, wenn wiederkehrende Geruchsprobleme auftreten oder Schäden durch Korrosion vermutet werden.

Wie lange dauert eine typische Messung?

Je nach Problemstellung zwischen 1 und 6 Wochen, um aussagekräftige Daten zu erfassen.

Welche Kosten entstehen?

Die Kosten richten sich nach Anzahl der Messstellen, Dauer und gewünschtem Umfang. Gerne erstellen wir Ihnen ein individuelles Angebot.

Welche Vorteile haben Datenlogger gegenüber Spotmessungen?

Datenlogger zeichnen kontinuierlich auf und zeigen Schwankungen über den Tages- oder Wochenverlauf. Spotmessungen sind eher Momentaufnahmen.

Kann der Betrieb während der Messung normal weiterlaufen?

Ja, unsere Messgeräte sind so konzipiert, dass sie den Betrieb nicht stören.

Was passiert nach der Messung?

Sie erhalten einen detaillierten Bericht mit Auswertung und praxisnahen Empfehlungen für Maßnahmen.